Frühstück und Steuer – Vermeiden Sie Ärger mit dem Finanzamt

Teambuilding hat in vielen Betrieben und bei vielen Firmenchefs einen hohen Stellenwert, denn die daraus gewonnene Motivation ist ein wichtiges Kapital für jedes Unternehmen. Eine Lagebesprechung verbunden mit einem regelmäßigen gemeinsamen Frühstück kann aufgrund der Nachhaltigkeit die Motivation der Mitarbeiter dauerhaft erhöhen. Was nach einer brillanten Idee klingt, wirft aber Fragen zur möglichen Steuer auf das Frühstück auf. Sowas gerät hierzulande leicht zur langwierigen Fachdebatte. Von den Steuerfallen rund ums Frühstück sollten sich Unternehmer trotzdem nicht den Appetit verderben lassen.

Kaf­fee und Tee al­lein: Steu­er­lich ei­ne kla­re Sache
Das tägliche oder wöchentliche Frühstück mit Mitarbeitern ist also nicht nur eine nette Geste, sondern auch nützlich für das Unternehmen. Machen Firmenchefs jedoch beim Ansatz der Kosten fürs gemeinsame Frühstück einen Fehler, wird das teuer oder beschert Ärger mit dem Finanzamt. Oft passiert gleich beides. Dem sollten Sie vorbeugen. Relativ leicht ist die Antwort auf die Frage nach der Steuer bei Kosten nur für Kaffee oder Tee. Diese Aufwendungen können Unternehmer voll als Betriebsausgaben ansetzen – anders als Bewirtungskosten. Und das gilt unabhängig davon, ob die Mitarbeiter das Heißgetränk während einer betrieblichen Veranstaltung im Haus serviert bekommen oder ob es einfach in der Küche zur Verfügung steht. Schwieriger ist da mit Blick auf die Lohnsteuer der Mitarbeiter schon die korrekte Bewertung von einem gemeinsamen Frühstück.

Trockenes Brot gilt bei der Steuer nicht als Frühstück
Ob Unternehmer zum Frühstück neben Kaffee noch Brezen oder Brötchen oder etwas anderes reichen, ist mehr als reine Geschmackssache. Schon die Wahl von Beilagen oder Aufstrichen kann einen Unterschied für die steuerliche Beurteilung machen. Ist ein Frühstück beispielsweise eher karg, gilt es mit Blick auf die Steuer vielleicht gar nicht als Frühstück. Auf Dienstreisen zumindest ist etwa die Brezel kein Frühstück. Und mit Blick auf trockene Brotwaren zum Heißgetränk urteilte 2017 das Finanzgericht Münster, dass es sich dabei ebenfalls um kein Frühstück handelt. Laut Gericht greift hierfür nicht die Verpflegungspauschale, sondern eine andere Form von Sachbezug: die Grenze von 44 Euro steuerfreien Zuwendungen pro Monat. Nur was man sich landläufig als Frühstück vorstelle, sei steuerrechtlich ein Frühstück. Dann gilt: Für die gratis überlassene Mahlzeit müssen Unternehmer die Verpflegungspauschale ansetzen. 1,77 Euro pro Frühstück gilt hierfür seit Jahresbeginn.

BFH muss über Steuer auf das Frühstück ent­scheiden
Denn der Fall über die Frage nach trockenem Brot zum Frühstück und der darauf entfallenden Steuer (Az.: VI R 36/17) liegt zur abschließenden Beurteilung derzeit beim Bundesfinanzhof (BFH) – ist also noch nicht rechtskräftig. Die Münsteraner Finanzrichter haben ihn dem obersten Gerichtshof auch wegen weitergehender Überlegungen zur Prüfung vorgelegt: Mit ihrem Urteil ist nämlich noch nicht klar, wie Unternehmer diverse andere Arten von Frühstücksleckereien steuerlich bewerten müssen. Was als Frühstück oder Mahlzeit einzustufen sei, sei von grundsätzlicher Bedeutung. Um die Sache zu entscheiden werden die Richter des Bundesfinanzhofs nunmehr die Frühstückskarten wälzen.