Corona-Rückholaktion und Außergewöhnliche Belastungen

Infolge der Corona-Pandemie und der damit verbundenen weltweiten Reisebeschränkungen konnten im März 2020 zahlreiche deutsche Staatsbürger nicht ihren Rückflug nach Deutschland antreten.

Im Rahmen der im März 2020 begonnen Rückholaktion hat das Auswärtige Amt zahlreichen Reisenden einen Rücktransport in das Inland ermöglicht. Die zurückgeholten Personen sind grundsätzlich zum Kostenersatz verpflichtet.

Im Juni 2020 erließ das Auswärtige Amt entsprechende Kostenbescheide, wonach ca. 40% der Aufwendungen für die Rückholaktion zu ersetzen waren.

Steuerlich stellt sich die Frage, ob der Kostenaufwand für den Rücktransport aus einem Urlaubsort als außergewöhnliche Belastung Nach § 33 EStG ansetzbar ist. Dies lehnt die Finanzverwaltung ab, wenn die Auslandsreise als solche nicht zwangsläufig und damit nicht notwendig war. Kosten für den Rücktransport aus dem Urlaubsort werden folglich vom Kostenabzug ausgeschlossen.

Sofern der Rücktransport aus dem Ausland durch eine beruflich bedingte Auswärtstätigkeit veranlasst war, dürften die Rückholkosten jedoch als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abziehbar sein. Der Arbeitgeber könnte ebenso einen steuerfreien Reisekostenersatznach Maßgabe von §§ 3 Nr. 13 bzw. 16 EStG vornehmen.